Madonna auf Wanderschaft Ein Altar zwischen Sachsen und Böhmen
Ort Pirna Datum 27.02.2026 - 05.07.2026
Darum geht es in der Ausstellung
Die Ausstellung erzählt die Geschichte eines spätgotischen Marienaltars, der allem Anschein nach im Zuge der Reformation aus der Kirche des Pirnaer Dominikanerklosters entfernt wurde. Er gelangte nach Fürstenau im Osterzgebirge, wo er über drei Jahrhunderte verblieb. Im benachbarten Böhmen, das zur Habsburger Monarchie gehörte, wurden Ende des 18. Jahrhunderts durch Kaiser Joseph II. die Wallfahrten verboten. Die deutschsprachigen Katholiken von der böhmischen Seite des Erzgebirges wurden nun auf den Altar in Fürstenau aufmerksam und pilgerten die wenigen Kilometer über die Grenze zur Fürstenauer Kirche. Katholische Pilger in einer evangelischen Kirche – ein einmaliger Vorgang in Europa. Den evangelischen Kirchenvertretern von Fürstenau wurden die katholischen Pilgerströme schließlich zu viel. Um diese zu unterbinden, schenkten sie 1887 den Altar der Gemeinde Vorderzinnwald (Přední Cinvald), wo damals eine neue Kapelle eingerichtet wurde. Dieser Ort verschwand nach dem Zweiten Weltkrieg im Zuge der Zwangsaussiedlung der deutschen Bevölkerung von der Landkarte. Heute ist der Altar Teil der Dauerausstellung zur sakralen Kunst im Regionalmuseum Teplice. Die Ausstellung zeichnet die Wanderschaft der Madonna nach. Künstlerische Elemente beschreiben die einzelnen Stationen, in Vitrinen sind archäologische Funde aus Vorderzinnwald zu sehen, und der Altar ist als großformatige, maßstabgetreue Nachbildung präsent. An jeder Station werden die Besuchenden mit Ereignissen, Sagen und historischen Persönlichkeiten bekanntgemacht, welche die engen Verbindungen zwischen Böhmen und Sachsen aufzeigen. Heute bringt die Madonna die Menschen aus Böhmen und Sachsen wieder zusammen. Beim jährlichen Kirschenfest mit ökumenischer Andacht findet eine Wanderung vom ehemaligen Standort der Kapelle Vorderzinnwald zur Kirche Fürstenau statt, wo eine beleuchtete Nachbildung der Madonnenstatue in Glas daran erinnert.
Ausstellungsort
Öffnungszeiten
-
Dienstag
bis
Sonntag
10.00 bis 17.00 Uhr
Besondere Informationen
Das Museum öffnet an Feiertagen von 10.00 bis 17.00 Uhr.
Schließtage: 24. und 31. Dezember




