Ausstellungen
Museum für Druckkunst Leipzig

Zeit zu Drucken 6 Ergebnisausstellung des Artist-in-Residence-Programms 2025/26

Ort Leipzig OT Plagwitz Datum 06.03.2026 - 31.05.2026

  • Antik anmutende, rechteckige Druckgrafik, in deren Zentrum kunstvoll das Wort "Desire" (Wunsch) eingearbeitet ist
  • Abstrakte Druckgrafik in Gelb-, Grün- und Rot-Tönen
  • Verwischt wirkende weiße Figur vor dunkelgrün-rotem Hintergrund
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Darum geht es in der Ausstellung

Mit der sechsten Ausgabe von „Zeit zu Drucken“ zeigt das Museum für Druckkunst Leipzig die Ergebnisse des Artist-in-Residence-Programms 2025/26. Das Programm wurde erstmals 2020 von der Giesecke+Devrient Stiftung ausgelobt und ermöglicht internationalen Künstlerinnen und Künstlern, über einen Zeitraum von vier Wochen an den historischen Pressen und Druckmaschinen des Museums zu arbeiten. Aus mehr als 40 Bewerbungen wählte eine Jury drei Stipendiatinnen und Stipendiaten aus, die ihre entstandenen Arbeiten nun in der Ausstellung präsentieren.

Der niederländische Künstler Ivo Brouwer studierte an der Koninklijke Academie van Beeldende Kunsten in Den Haag im Studiengang „Type und Media“ und schloss ihn 2021 mit dem Master ab. Er nähert sich dem Museum für Druckkunst forschend wie ein Archäologe und untersucht im Haus historische Druckmaterialien und Schriftformen. Ihn interessieren Initialbuchstaben, die früher als größere Elemente Texte einleiteten. Sie dienten in erster Linie als Schmuck, sodass davon keine kompletten Alphabete hergestellt wurden, lediglich die benötigten Buchstaben. Sprache bleibt so bruchstückhaft. Dieses Phänomen führt Brouwer zum Letterpress-Diptychon „Listen and Speak”. Während des Gastaufenthalts experimentiert er außerdem mit der Kombination von Buch- und Tiefdruck. Er ist fasziniert von der Direktheit der Gravur, dem unmittelbaren Einschreiben in die Platte wie im Werk „Avant la lettre“. In der Arbeit „Desire“ interpretiert er Initialbuchstaben im Stil des 16. Jahrhunderts neu. Sein Holzschnitt verweist auf historische Arbeitsweisen und verbindet sie mit aktuellen Fragen nach Begehren, Orientierung und Gewissheit.

Beatriz Rodríguez Flores studierte an der Universidad Nacional Autónoma de México in Mexiko-Stadt und an der Universität der Künste in Berlin. Ihr monumentales Werk „Geschichte“ wird von links nach rechts gelesen. Das körperliche Entziffern der Arbeit in Form einer Ziehharmonika macht deutlich, wie Geschichte von Umbrüchen geprägt ist. Die Künstlerin arbeitet in der Technik der „verlorenen Form“, bei der die verschiedenen Farben mit einem einzigen Druckstock erstellt und dieser im Prozess teilweise zerstört wird. Es entsteht ein Bild, das Ansammeln, Überschreiben und Verlust sichtbar macht. Leipzig als historischer Druckort ist Ausgangspunkt der Arbeit. Rodríguez Flores richtet ihren Blick auch auf Ungedrucktes, auf mündlich überlieferte Geschichten oder Sprachbarrieren. Spanische Wörter und symbolische Motive wie Kolibris verweisen auf den Raum zwischen zwei Kulturen, in dem sie arbeitet. Das langsame Schneiden des Holzes versteht sie als bewussten Gegenpol zum heutigen Informationsüberfluss. Besuchende sind eingeladen, diesen Prozess haptisch nachzuvollziehen und die Holztafeln zu berühren.

Eleonora Damme erlangte 2023 an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein Halle (Saale) ihr Diplom im Studiengang Zeichnung und Druckgrafik. Während ihres Gastaufenthaltes im Museum für Druckkunst Leipzig untersucht sie den Druckprozess selbst als künstlerisches Medium. In ihren Werken bewegt sie sich im Spannungsfeld zwischen analogem und digitalem Arbeiten und fragt nach Möglichkeiten der Bildfindung im Druck: Wie verändern sich Bilder durch das Versetzen von Druckstöcken, durch Mehrfachdrucke oder durch unterschiedliche Materialien? Ausgehend vom klassischen Linolschnitt experimentiert sie mit digitalen Elementen wie Überlagerungen, Glitches und Animationen. Ihre Arbeiten entstehen aus Schichten, indem sie auf Plexiglasplatten und Folien druckt. Sie setzt einzelne Ebenen räumlich zueinander in Beziehung, aktiviert sie außerdem durch Licht oder Bewegung. Die Künstlerin versteht ihre Werke als Möglichkeit, einen Dialog zwischen analog und digital, zwischen Greifbarem und Flüchtigem zu eröffnen. Das bewusste Arbeiten mit Unschärfe, Brüchen und Fehlern spielt dabei eine zentrale Rolle. Nicht Perfektion, sondern das Sichtbarwerden des Prozesses steht im Mittelpunkt ihrer Ästhetik.

Programm & Mehr zum Museum

Ausstellungen

  • Musik auf Banknoten
    Ein visuelles Konzert

    Museum für Druckkunst Leipzig

    Rund 50 Banknoten laden zu einer Entdeckungsreise durch Klänge, kulturelles Erbe und nationale Identität ein.

    Ort Leipzig

    Datum 12.02.2026 bis 10.05.2026

    Geldschein mit Illustrationen eines bärtigen Mannes in der Mode des 19. Jahrhunderts sowie einem Saxophon und Musiknoten

    Ausstellungen

Lernen & Erleben

  • Radierwerkstatt

    Museum für Druckkunst Leipzig

    Das Museum wird zur Radierwerkstatt! In der Museumsausstellung werden anhand von originalen Werkzeugen und durch Anschauungsmaterial Geschichte und die Besonderheiten der Radierung als Drucktechnik verständlich gemacht.

    Ort Leipzig OT Plagwitz

    Angebot

  • „Ran an den Setzkasten“ - Führung mit Setzen und Drucken

    Museum für Druckkunst Leipzig

    Rundgang durch die ständige Ausstellung, die einen umfassenden Einblick in rund 550 Jahre Druckgeschichte gewährt. Anschließender Workshop „Setzen und Drucken“

    Ort Leipzig OT Plagwitz

    Angebot

  • Alle Angebote des Museums
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Ausstellungsort

Museum für Druckkunst Leipzig
Nonnenstraße 38
04229 Leipzig
OT Plagwitz
Telefon : +49 341 231620
E-Mail : info@druckkunst-museum.de

Öffnungszeiten

  • Mittwoch bis Freitag
    10.00 bis 17.00 Uhr
  • Samstag bis Sonntag
    11.00 bis 17.00 Uhr

Besondere Informationen

Das Museum öffnet montags und dienstags ausschließlich für angemeldete Gruppen.